Berichte vom Pfarrvereinstag – hier: Bericht des Vorsitzenden

24. Mai 2012

Bericht zur der Sprecher- und Mitgliederversammlung des Hann. Pfarrvereins am 12.März 2012 in Hannover
von Andreas Dreyer, Vorsitzender

Zum vierten Male darf ich an dieser Stelle aus der Arbeit unseres Vorstands berichten, der auch im zurückliegenden Zeitraum seit September wiederum regelmäßig getagt und gearbeitet hat. Doch es gibt einen Unterschied zu meinen vorangegangenen: dies ist der erste Bericht über die Arbeit aus dem neuen Vorstand. 
Der neue Vorstand, den Sie im September des vergangenen Jahres hier an dieser Stelle gewählt haben und dem ich weiterhin vorstehen darf, hat im November seine Arbeit aufgenommen – und sich sogleich an die Aufgabenverteilung gemacht, denn gerade durch die Vorbereitung des Dt. Pfarrertages im September d.J. liegen sehr viele Aufgaben vor uns. Kontinuität in unserer Arbeit ist in vielfacher Hinsicht gewährleistet: zum einen natürlich durch diejenigen Mitglieder im Vorstand, die wiedergewählt wurden.- Zugleich ist die Kontinuität auch durch die Themen, die uns von außen, durch unsere Landeskirche, vorgegeben werden, vorhanden. Die alten Sorgen und Probleme sind auch weitgehend die neuen: Pfarrstellenabbau, Stellenplanung, Pfarrhausfragen, Beihilfeprobleme etc. pp.
Auch die neuen Vorstandsmitglieder haben sich gleich von Anbeginn an tatkräftig mit eingebracht. Und auch bei den Sachbearbeitern, die wir Ihnen nachher zur Berufung vorschlagen werden, haben wir bei der Auswahl die Kontinuität gewahrt, weil wir auch hier auf jahrelange gute Zusammenarbeit zurückschauen können.
So konnte gleich im Dezember wieder eine gemeinsame Sitzung mit dem Pastorenausschuss abgehalten werden, die dem Kennenlernen und dem ggs. Informationsaustausch diente. Und auf der wir sogleich ein gemeinsames Papier beraten und beschlossen haben, dass wir unserer Personaldezernentin persönlich überreicht haben: die Richtlinien zur Personalplanung und Stellenvergabe aus unserer Sicht. Wir bringen damit wieder einmal unsere Vorschläge unter Berücksichtigung des gesamtkirchlichen Interesses ein: gute pastorale Arbeit ist überall zu fördern und zu stärken, sie dient nicht nur uns, sondern unserer Kirche insgesamt. –
Für diese gute Zusammenarbeit beider Gremien bin ich sehr dankbar und zuversichtlich, dass wir sie auch weiterhin fortsetzen werden.

Aus dem Verband
Was ich gerade zum neuen Vereinsvorstand gesagt habe, könnte ich fast wortgleich für den neuen Verbandsvorstand hier wiederholen, denn auch dieser ist ja nun in weitgehend neuer Zusammensetzung seit dem September des verg. Jahres, als die MV in Bonn-Bad Godesberg stattfand, neu konstituiert. Ich bin erneut  als Beisitzer in den Verbandsvorstand gewählt worden und werde unsere Interessen auch weiterhin tatkräftig dort vertreten. Drei Sitzungen haben auch hier bereits seitdem stattgefunden. Unser neuer Verbandsvorsitzender, Th. Jakubowski aus der Pfalz, leitet nun die Geschicke des Verbandes, und zwar von der neuen Geschäftsstelle in Schifferstadt aus. Die neuen Kontaktdaten aller Verbandsvorstandmitglieder sowie der Sachbearbeiter entnehmen Sie dem Pfarramtskalender, dem Dt. Pfarrerblatt (das übrigens in neuer, verbesserter Aufmachung erscheint) oder dem Internetauftritt des Verbandes. An dieser Stelle möchte ich einen großen   Dank an unseren scheidenden Verbandsvorsitzenden Klaus Weber aussprechen, der 18 Jahre lang die Geschicke des Verbandes umsichtig und wirkungsvoll gelenkt hat und 2009 hier auch zu uns gesprochen hat.
Ist es im Verein die Arbeit an Leitlinien, die für unsere Hannoversche Landeskirche eingesprochen werden sollen und müssen, so gilt für den Verband, dass das neue Pfarrerbild diskutiert und weiterentwickelt wird. Der Theologische Ausschuss des Verbandes, dem ich ebenfalls angehöre, hat es erarbeitet, demnächst, genauer: ab dem 18. März, wird es in den Vereinen und den Pfarrervertretungen veröffentlicht und diskutiert, dazu sind auch Sie, seid auch Ihr alle sehr herzlich mit aufgefordert. Nach rd. zwölf Jahren, die das alte Leitbild galt, ist es an der Zeit, auf die Entwicklungen in den meisten Landeskirchen näher einzugehen und auch die theolog. Diskussion um Ordination, Amt und Beruf weiterzuführen und den veränderten gesellschaftlichen wie kirchlichen Rahmenbedingungen und Vorgaben anzupassen, insbesondere unter dem Gesichtspunkt von Stellenstreichungen und Regionalisierung. – Verstärkt gilt es, unseren Beruf gegen die immer weiter voranschreitende Verschlechterung von äußeren Rahmenbedingungen her zu schützen, damit er nicht durch immer weitergehende Arbeitsverdichung und die Hierarchisierung in unserer Kirche marginalisiert wird, sondern als das zentrale Amt der Verkündigung in unserer Kirche auch wahrgenommen und wertgeschätzt wird. (vgl. Kirche der Freiheit: Schlüsselberuf Pfarramt).
Daher wird auch kein neues Leitbild entworfen, sondern es wird das bisherige Pfarrerbild von 1999 ergänzt: das neue Bild von den drei Räumen, in denen sich pfarramtlicher Dienst entfaltet, soll dabei den Rahmen abgeben: der Pflichtenraum aus Verkündigung, Seelsorge und Unterricht wird ergänzt um den entscheidend wichtigen Bildungsraum, für den unser Beruf steht. Viele weitere Kompetenzen sollen dann in einem dritten Raum, der theologische Kompetenz wie auch der besonderen Gegebenheiten in den Gemeinden vor Ort aufnimmt, zur Geltung kommen. Dieses neue Leitbild des Verbandes soll dann auf dem Dt. Pfarrertag im September hier in Hannover der Öffentlichkeit präsentiert werden. Damit wäre ich beim nächsten zentralen Stichwort gelandet:

2. Dt. Pfarrertag vom 16.-18. September 2012
Die Vorarbeiten zum Dt. Pfarrertag erfordern Zeit, Kraft und gute Zusammenarbeit. Es gibt hierzu eine Arbeitsgruppe im Verbandsvorstand, die sich mehrfach  getroffen hat, und mehrere aus unserer Mitte, die insbes. beim Abschlussgottesdienst mitwirken wollen und werden. Ich danke auch hier allen, die bisher schon mitgearbeitet haben und weiterhelfen, diesen Pfarrertag zu einem Erfolg werden zu lassen.

Wie auf dem Ablaufplan zu sehen ist, finden die meisten Veranstaltungen im Congress-Zentrum  Hannover statt. Sowohl vom aktuellen Thema her: Welche PfarrerInnen braucht da Land?- als auch von der Referentin Prof. Dr. Isolde Karle (Univ.  Bochum) her und auch den anderen Highlights hoffen wir auf eine wirklich wegweisende und weiterführende Veranstaltung, natürlich auch auf guten Besuch. Bitte melden Sie sich zum Dt. Pfarrertag an, eine gutbesuchte Veranstaltung ist in unser aller Interesse. Ich danke auch allen Gemeinden/Einrichtungen in Hannover, die bereit sind, hier mitzuarbeiten, inbes. was die Gemeindebesuche am Dienstag-Vormittag anbelangt. Und ein bes. Dankeschön an unseren Landesbischof, der die Predigt im Abschlussgd. zugesagt hat, und an die hannoversche Landessuperintendentin, die die Eröffnungsandacht hält.

3. Nordschiene etc.
Vor wenigen Wochen haben wir wieder die diesjährige sog. Nordschiene aller norddt. Vereine abgehalten, wir waren in diesem Jahr eingeladen von den reformierten Geschwistern  in Emden.
Die Berichte der Kollegen aus anderen Vereinen, die wir jedesmal hören, zeigen, wie wichtig in dieser Umbruchszeit unser Engagement für die Pfarrerschaft ist und bleibt. Gerade in Nordelbien, Mecklenburg und Pommern sind die Erwartungen, aber auch manche Befürchtungen, was die zu Pfingsten d.J. kommende Nordkirche anbelangt, sehr hoch. Es konnten hier durch die Vereine eine Reihe von Verbesserungen, was eine schnellere Besoldungsangleichung betrifft, erreicht werden.
Gerade die Berichte aus Bremen, Oldenburg und Reformiert finden in jedem Jahr unsere ganz bes. Aufmerksamkeit, sind dies doch Landeskirchen, die nicht wie Hannover die Verlagerung von Kompetenzen auf die sog. Mittlere Ebene betreiben, sondern die gemeinde- und damit basisnah agieren und zT. (z.B. Bremen) gar keine Kirchenkreise  nach unserem Vorbild kennen. Ich kann nur feststellen, dass hier eine große  Zufriedenheit, ein engagiertes Miteinander der Ordinierten und eine ortsnahe pfarramtliche Versorgung in durchaus höherem  Maße als  bei uns festzustellen ist. Bei genauer Betrachtung zeigt sich sogar Folgendes:
Diesen i.d.R. basisnahen, gemeindeorientierten Landeskirchen gelingt es rundweg besser als uns, überschaubare Pfarrbezirke für Gemeinden und Pfarrerschaft zu erhalten. Sie kommen ohne die bei uns oft  überschätzte ‚Mittlere Ebene‘ aus und haben zumeist Pfarrbezirke von unter 2.000 Seelen. Kirchenpräsident Jann Schmidt (Reformiert) bekannte sogar auf dem Hintergrund deutlich kleinerer Pfarrbezirke  als bei uns in Hannover: der Pfarrstellenabbau war ein Fehler, der uns Nachwuchs kostet. Und auch ohne die bei uns teilweise ja als zukunftsweisend bezeichneten hannoverschen Neuerungen wie Grundstandards, Regionalisierung, Finanzsatzungen, Jahresgespräche etc., von denen einige sich ja wohl so etwas wie einen kirchlichen Aufschwung erwartet hatten, während es in Wahrheit vielerlei Kräfte bindet, leisten diese Kirchen überaus erfolgreiche Arbeit.
Und sie haben geringere Mitgliederverluste als wir, wie die jüngste EKD-Statistik belegt, sie ersparen sich und anderen teure Prestigeprojekte.
Die Reformierte Kirche z.B. hat sich ganz gezielt für die Stärkung von Mitgliederorientierung entschieden und konnte so tlw. ihren Mitgliederbestand stärken (geringster Verlust aller EKD-Kirchen in 2010!-0,5% in 2010, Hannover -1,3%), wohingegen bei uns weiterhin spürbare Verluste zu Buche schlagen und außerdem viel Geld für Overheadkosten verzehrt wird, weil Ortsnähe, pfarramtliche Gemeindebindung etc. vielfach verloren gegangen sind  und die Anonymisierung, die durch die Regionalisierung unweigerlich eintritt, die Neigung zum Kirchenaustritt befördert. Auch garantieren diese Landeskirchen diejenigen Pfarrstellen, die durch die entspr. Staatskirchenverträge drittmittelfinanziert werden, was Hannover nach wie vor nicht zu leisten bereit ist. Für die Pfarrerschaft vorteilhaft ist auch, dass mehrere Kirchen, auch die Nordkirche, die Bundesbesoldungsordnung (BBO) und nicht die Länderordnungen der Pfarrbesoldung zugrunde legen. Dies sehen wir auch für die Konföderation bzw. insonderheit unsere Landeskirche für geboten an

Mit großer Sorge nehmen wir des Weiteren zur Kenntnis, dass es in unserer Landeskirche derzeit sogar synodale Bestrebungen gibt, PastorInnen nicht mehr als KV-Vorsitzende bzw. Stellvertreter zuzulassen oder auch ihnen weiterhin den KKT-Vorsitz zu ermöglichen. Was einst als innovative Möglichkeit gedacht war, nämlich der Laienvorsitz bzw. stv. Vorsitz, soll nun gar zur Norm werden? Das theologische Moment zur Lenkung der Gemeinde wird so immer weiter in den Hintergrund gedrängt, mit der nur scheinbar pfarrerfreundlichen Begründung, das Pfarramt von Verwaltungsaufgaben entlasten zu wollen, wobei paradoxerweise in der überwiegenden Mehrzahl von ehrenamtlichen KV-Vorsitzenden die PastorIn dann doch auch die KV-Verwaltungsarbeit erledigen muss. Ich sage es hier in aller Deutlichkeit: nach lutherischem Verständnis ist dies für uns unaufgebbar, es ist konstitutiv für unser Verständnis von Gemeinde, Pfarramt, Kirchenaufbau.

Denn  das Pfarramt war und ist, das sieht man gerade jetzt wieder vor einer KV-Wahl, die vielfach von PastorInnen mitorganisisert wird, Kandidatenwerbung eingeschlossen,  ein wichtiger Faktor der Kontinuität, der Erfahrung, des theologischen Sachverstandes vor Ort. Auch die bereits vorgenommene  Änderung der KKO mit der veränderten KKT-Zusammensetzung verschiebt das Machtgefüge weiter zu unseren Ungunsten, mehr und mehr Gemeinden und auch PfarrerInnen werden künftig nicht mehr im KKT einen Sitz haben. Wir hoffen und erwarten, dass es hier Korrekturen geben wird.  Auch fordern wir eine bessere Transparenz bei der Vergabe aller Stellen, v.a. natürlich derjenigen in der Kirchenleitung.

All dies Geschilderte hat natürlich nebenbei auch zur Folge, dass der unumgängliche und notwendige Annäherungsprozess der Kirchen innerhalb der Konföderation in Niedersachsen schwierig bleibt (der Vorschlag von Bischof Ulrich (Schleswig)  zu einer Föderation wurde zurückgewiesen, weil u.a. die Pfarrerschaft aus den anderen nieders. Kirchen bei sich verständlicher Weise keine Entwicklungen wie in Hannover erleiden  möchte. Etwas, was nur zu verständlich ist. Der   Kirchensteuerzahler zahlt daher nach wie vor für fünf Landeskirchenämter, alles zu Lasten von Gemeinden und pfarramtlicher Versorgung.

EKD
Das neue EKD-Pfarrdienstgesetz ist nun in vielen Landeskirchen beschlossen, einige fehlen noch. Der Verband hatte ihm zugestimmt, weil die zunächst geplante Befristung von Pfarrstellen aus ihm herausgenommen worden ist. Entgegen ursprüngl. Absprachen ist der uns zugesicherte Unversetzbarkeitsgrundsatz, eine Besonderheit, die unser Amt vom Beamtengesetz unterscheidet, aus durchsichtigen Gründen aus dem Gesetzestext getilgt worden. -Wir werden ihn der Sache nach aber weiterhin verfolgen, weil er für uns ein absolut unaufgebbares Moment für die pfarramtl. Unabhängigkeit und die Freiheit der Verkündigung darstellt, sozusagen ein Wesensmerkmal des Pfarrberufes aus ev. Sicht.

Vor allerm wichtig sind die lange Zeit strittigen Regelungen zum Thema Familie, Wohnen im Pfarrhaus etc. wie auch die Frage des veränderten, nun herausgeschobenen Pensionsalters. Dieses steigt bekanntlich ab dem Geburtsjg. 1947 kontinuierlich monatsweise pro Jahrgang auf das Pensionsalter mit 67 Jahren an. Im LKA gibt es dazu eine ArGe „Älterwerden im Pfarramt“, die sich hiermit beschäftigt, aber bisher noch keine Lösungen präsentiert hat. Aus unserer Sicht zu fordern ist dringend ein Wiederauflebenlassen der sog.  der 60er-Regelung, die segensreich gewirkt hat und jahrelang ermöglicht hat, dass auch ältere KollegInnen erfolgreich weiterhin ihren Dienst in den Gemeinden leisten konnten. Gerade auf dem Hintergrund günstiger Regelungen für die Kirchenbeamtenschaft wie auch im Bereich der privatrechtlich Angestellten wie auch der deutlich verbesserten Einnahmesituation der Landeskirche fordern wir für unsere älteren Kollegen Arbeitsbedingungen ein, die ihnen gute Weiterarbeit ohne Gesundheitsrisiken durch Überarbeitung ermöglichen! Die hohe Zahl erkrankter Kolleginnen bestärkt uns darin, diese Forderung verstärkt zu erheben.

Mit dem Ratsvorsitzenden der EKD soll es fortan regelmäßige Konsultationen zw. Verband und ihm geben. In einem Gespräch im September räumte Nikolaus  Schneider ein, es sei ein Fehler gewesen, die Pfarrerschaft bisher nicht am Reformprozess „Kirche der Freiheit“ beteiligt zu haben – und versprach Änderung. Auch sprach er sich in aller Deutlichkeit für die Beibehaltung der akademischen Theologenausbildung aus und erteilte Forderungen nach einem Pfarramt ‚light‘ eine klare Absage. Wir werden ihn, aber auch die Verantwortlichen in unserer Landeskirche(n) bzw. der Konföderation an dieses beides erinnern.
Dadurch, dass der Verband jetzt als die offizielle legitime Vertretung der Pfarrerschaft im Gesetz genannt ist, müsste es endlich auch ein Pfarrvertretungsgesetz auf EKD Ebene geben, dass auch Kostenübernahmen und Freistellungen regelt.

Landeskirche
Soweit nicht schon geschehen, gehe ich nun auf diejenigen Fragen ein, die speziell unsere Hann. Landeskirche betreffen. Auf landeskirchl. Ebene ist in erster Linie die Arbeit am neuen hannoverschen PfarrdienstErgänzungsG zu nennen. Die wichtigste Änderung hier betrifft die Jahresanfragen bzw. Regelanfragen. Die bisher üblichen Jahresanfragen sollen durch ein neues Element, sog. Perspektivgespräche mit Ephorus und KV-Vorsitzendem abgelöst werden. Und zwar nicht zeitgleich mit der Visitation, wie zunächst vorgesehen, sondern zeitlich versetzt, um die Visitation nicht durch diese Frage zu überdecken. Eine Regelung, binnen welcher Frist der Übergang vom Probedienst in das lebenslange Dienstverhältnis vorgenommen werden muss, ist noch in der Diskussion.

Bezüglich der Predigerpauschale (Honorar für Gottesdienste) habe ich eine Zwischennachricht der Landeskirche erhalten, dass dies auf der nächsten Synode beraten werden soll. Gerade auf dem Hintergrund, dass Ruheständler vermehrt Aushilfsdienste leisten sollen, ist diese kleine Anerkennung eigentlich eine Selbstverständlichkeit, ich kann nicht verstehen, dass man dies nicht auf dem Verordnungswege klärt, um sich diese Peinlichkeit zu ersparen

Demnächst werden wir die Forderung nach Springerstellen in den Kirchenkreisen noch verstärken, zumal unser Landesbischof uns berichtete, wie segensreich dies in der EKBO gewirkt habe. Gerade bei der niedrigen Pfarrerdichte hier bei uns ein unbedingtes Desiderat, um krankheitsbedingte Ausfälle, die Urlaubszeit etc. zu überbrücken. Oldenburg führt übrigens gerade Springer in jedem seiner Kirchenkreise ein. Das Pfarrhausthema sorgt auch weiterhin für Diskussionen. Zum einen, was die erforderlichen Renovierungen und Dämmungen anbetrifft: das Geld ist vorhanden und eingestellt, jetzt muss auch zeitnah saniert werden, damit uns die Heizkosten nicht auffressen. Zum anderen ist die Frage zu klären, wie viele Pfarrhäuser denn den sog. „Prägnanz-Status“ haben und beibehalten werden. Es kann nicht sein, dass Pfarrhäuser vorschnell aufgegeben werden oder gar damit Personalpolitik gemacht wird. Wir haben im Rahmen des Dienst- und Treueverhältnisses auf Gegenseitigkeit hier auch einen Vertrauensschutz zu genießen, weil wir durch unser Wohnen im Pfarrhaus der Kirche einen wertvollen Dienst geleistet haben und weiterhin erbringen. Gespannt sind wir auf die Ergebnisse der Arbeitsgruppe der Synode zu Pfarrstellen im ländlichen Raum. Leider sind wir nicht daran beteiligt (s.o.). obwohl es uns betrifft! Wir haben schon immer gesagt: ländliche Pfarrstellen sind weitaus schwieriger zu besetzen als urbane, darum müssen die Bedingungen besser sein und nicht schlechter als anderswo. Durch das Finanzausgleichsgesetz (FAG) wurden und werden die Zentren weiter gestärkt, was unvernünftig ist. Die Planungsbereiche müssen annähernd gleich ausgestattet werden, strukturschwache Gebiete Zuschläge erhalten. Initiativen für Mitgliedergewinnung müssen verstärkt werden, durch den Loccumer Vertrag und Dotationen gesicherte Pfarrstellen sind endlich auch zu schützen. Dann würde sich die Motivation aller erhöhen, die Mitgliederbindung würde gestärkt, die Zukunftsfähigkeit der Landeskirche gesichert. Stattdessen sind jahrelang Gelder für Fundraisingaktionen geflossen. Die Bonifizierungen sind, genau wie wir vorausgesagt haben, den lfd. Haushalten entzogen worden und werden nun keineswegs die erhofften hohe Zinsen bringen.

Und dann muss es auch endlich mit einem Zentrum Respiratio in Amelungsborn vorangehen, wie immer dies auch genau heißen mag. Seit über zwei Jahren ist hier nur viel Papier vollgeschrieben worden, haben sich Arbeitsgruppen getroffen etc. ohne dass wirklich konkret etwas geschehen ist. Die Zahl der nur beschränkt einsatzfähigen KollegInnen ist derweil weiter angestiegen.

Aus unserem Verein
Zu guter Letzt noch einiges Berichtenswerte aus unserem Verein. In diesen Tagen geht die neue Homepage unseres Vereins an den Start, die hoffentlich Ihrer und Eurer aller Gefallen finden wird. Auch unsere Zeitschrift wird laufend weiter verbessert und graphisch mehr und mehr aufgearbeitet, für beides sage ich allen Beteiligten herzlich Dank. Auf der Mitgliederschiene sind wir bei mittlerweile 1550 Mitgliedern angekommen und dabei nach wie vor der am stärksten wachsende Pfarrverein im Verband. Eine weitere Werbeaktion geht demnächst an den Start und wird uns hoffentlich weitere Mitglieder bringen. Sagen Sie es weiter: Mitglied zu werden im Pfarrverein lohnt sich für jeden Einzelnen und für uns alle. Ich danke Ihnen und Euch allen für die vertrauensvolle und engagierte Zusammenarbeit zum Wohle unserer Pfarrerschaft  und freue mich auf die gemeinsam von uns nun zu bewältigenden Aufgaben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andreas Dreyer

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